Octoplant x Automotive OEM Anwendungsfall #2
Beispielprofil
Ein Werk für Batteriezellen und -module innerhalb eines OEM-Konzerns: Elektrodenbeschichtung, Zellmontage im Trockenraum sowie Formation und Aging. Das Werk wurde innerhalb der vergangenen drei Jahre in Betrieb genommen und befindet sich im Hochlauf zur vollen Produktionskapazität.
Was heute nicht funktioniert.
Die Batteriezellfertigung ist ein rezepturbasierter Prozess mit sehr langen Rückkopplungszeiten. Veröffentlichte Prozessparameter machen das Risiko greifbar: Die Zellmontage erfordert im Trockenraum Taupunkte zwischen −30 °C und −60 °C bei einer Temperatur von 22 °C ± 2 °C. Die Elektrodenfertigung erfolgt unter Reinraumbedingungen der ISO-Klassen 7–8. Die Stapelgenauigkeit liegt bei 200–300 µm, die Toleranz der Schnittbreite bei ±150 bis ±250 µm. Die Formation dauert bei einer anfänglichen Laderate von etwa 0,1–0,5 C bis zu 15 Stunden. Das anschließende Aging kann bei einem Ladezustand von 30–80 % bis zu drei Wochen dauern (PEM RWTH Aachen und VDMA, Production Process of a Lithium-Ion Battery Cell, 5. Auflage, Februar 2026).
Diese beiden letzten Werte müssen im Zusammenhang betrachtet werden. Eine Parameteränderung, die an einem Montag vorgenommen wird, kann sich bis zu drei Wochen im laufenden Produktionsprozess befinden, bevor überhaupt erkennbar wird, ob sie die gewünschten Ergebnisse liefert. Bis die End-of-Line-Prüfung eine Abweichung feststellt, können bereits drei Wochen lang Zellen mit einem veränderten Sollwert produziert worden sein – ohne dass die Änderung dokumentiert wurde.
Was sich mit Octoplant ändert.
Änderungen an unterstützten Steuerungen und Konfigurationen können direkt erkannt und in der Versionshistorie erfasst werden, statt sie erst Wochen später nach einer Abweichung in der Produktionsqualität rekonstruieren zu müssen. Wenn das Qualitätsmanagement wissen möchte: „Welcher Stand lief auf dieser Linie, als Los 4471 produziert wurde?“, lässt sich die Antwort aus der Änderungshistorie ableiten – statt eine aufwendige Untersuchung zu starten. Fällt ein Gerät aus, können Teams die verlässliche Konfiguration für die Wiederherstellung identifizieren und darauf zugreifen, bevor weitere laufende Produktionsbestände (WIP) gefährdet werden.
Was es wert ist.
Der wirtschaftliche Wert liegt hier in vermiedenem Ausschuss über eine mehrwöchige Produktionskette hinweg – und in den Engineering-Wochen, die eine Ursachenanalyse beanspruchen kann, wenn zunächst rekonstruiert werden muss, was überhaupt geändert wurde. Beides lässt sich anhand der eigenen Produktionsdaten messen. Ohne eine Änderungshistorie lässt sich jedoch keines von beidem verlässlich bewerten.
Je länger die Rückkopplungszeit in der Produktion, desto wertvoller wird die Konfigurationshistorie. Wenn Qualitätssignale erst Tage oder Wochen nach einer Änderung sichtbar werden, kann eine mit Zeitstempeln versehene operative Historie den Untersuchungszeitraum erheblich eingrenzen.