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Während Industrieunternehmen ihre Programme zur digitalen Transformation weiter beschleunigen, zeigt sich immer deutlicher: Die Einführung von Operational Technology (OT) ist nicht mehr nur ein Enabler, sondern eine zentrale Voraussetzung für Industrie 4.0.Eine neue, länderübergreifende Studie von AMDT macht deutlich, dass grundlegende OT-Systeme zwar heute in nahezu allen Industriemärkten etabliert sind, Defizite beim Reifegrad, der Konsistenz und der operativen Governance jedoch weiterhin Resilienz und Sicherheit untergraben.
Das erste Kapitel des Reports mit dem Titel „OT Environment“ untersucht die Verbreitung zentraler OT-Hardware- und Softwarelösungen in Deutschland, den USA und weiteren Industrienationen. Die Ergebnisse zeigen eine nahezu flächendeckende Implementierung der Basissysteme, gleichzeitig werden jedoch deutliche regionale Unterschiede sichtbar, die sich unmittelbar auf die Betriebsstabilität und die Cybersecurity-Bereitschaft auswirken.
Über alle Regionen hinweg bilden Schnittstellen- und Netzwerkkomponenten wie HMIs, industrielle Switches und Router das Rückgrat moderner Produktionsumgebungen. Deutschland liegt mit einer Adoptionsrate von 100 Prozent hier vorn, gefolgt von den USA mit 98 Prozent und anderen Ländern mit 97 Prozent. Auch Steuerungs- und Überwachungsplattformen (einschließlich SCADA- und DCS-Software) sind weit verbreitet: 98 Prozent der Befragten in Deutschland und den übrigen Ländern nutzen diese Systeme, in den USA sind es 95 Prozent.
Industrial-IoT-Technologien sind inzwischen ebenfalls Standard und spiegeln die wachsende Bedeutung von Konnektivität und datengetriebenen Betriebsmodellen wider. In diesem Bereich melden die USA mit 98 Prozent die höchste Nutzung, dicht gefolgt von Deutschland mit 97 Prozent und anderen Ländern mit 93 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen: Konnektivität ist kein Differenzierungsmerkmal mehr, sondern eine Grundvoraussetzung für eine wettbewerbsfähige Fertigung.
Deutlichere Unterschiede zeigt die Studie bei fortgeschrittenen Automatisierungstechnologien. Insbesondere bei Robotik- und Motion-Control-Systemen gibt es die größten regionalen Abweichungen. Deutschland liegt mit 94 Prozent an der Spitze, dicht gefolgt von anderen Ländern mit 90 Prozent. Die USA liegen mit 82 Prozent zurück. Diese Diskrepanz verweist auf tiefgreifende strukturelle Unterschiede in den Automatisierungsstrategien, der Integration der Belegschaft und der langfristigen Investitionsplanung.
„Deutschland liegt durchgängig sowohl bei den Adoptionsraten als auch bei der rollenspezifischen Durchdringung vorn, während die USA eine deutlich größere Varianz zeigen – abhängig von operativer Stabilität und Managementebene“, so die Studie. Diese Uneinheitlichkeit hat direkte Auswirkungen auf die OT-Sicherheit: Fragmentierte Implementierungen und inkonsistente Governance schaffen blinde Flecken in komplexen Umgebungen.
AMDT stellt damit eine verbreitete Annahme der industriellen Digitalisierung infrage, nämlich dass die Einführung neuer Technologien automatisch zu mehr Resilienz führt. Tatsächlich erzeugt eine breite, aber unkoordinierte Implementierung ohne einheitliche Transparenz, standardisierte Prozesse und kontinuierliche Steuerung oft nur eine trügerische Kontrolle.
“Industrie 4.0 wird häufig als technologische Reise verstanden, doch unsere Forschung zeigt, dass es im Kern um operative Reife geht. OT-Systeme sind allgegenwärtig. Ohne konsistente Transparenz und ein strukturiertes Management wächst jedoch die Komplexität schneller als die Resilienz.”
Der Report unterstreicht, dass die OT-Sicherheit ein integraler Bestandteil der digitalen Transformation sein muss und kein separates Nebenprojekt. Mit zunehmender Vernetzung können selbst kleine Inkonsistenzen in Bezug auf Asset-Transparenz, Konfigurationsmanagement oder Zugriffskontrolle zu Betriebsstörungen oder Vorfällen im Bereich Cybersecurity eskalieren.
“OT-Adoption ist heute nicht mehr der entscheidende Unterschied. Entscheidend ist, wie Unternehmen ihre OT-Umgebungen managen, absichern und steuern. Echte Industrie-4.0-Readiness beginnt damit, exakt zu wissen, was verbunden ist, wie sich Systeme verhalten und wo Risiken in Echtzeit entstehen.”
Die Analyse von AMDT kommt zu dem Schluss, dass Unternehmen mit einer führenden Industrie-4.0-Reife einige gemeinsame Grundlagen aufweisen: Sie verfügen über standardisierte OT-Architekturen, einen hohen Automatisierungsgrad und eine enge Abstimmung zwischen technischen Teams und Management. Wo diese Faktoren fehlen, liefern selbst hochmoderne Technologie-Stacks keinen nachhaltigen Mehrwert.
Während die industrielle Transformation weltweit an Fahrt gewinnt, ist die Botschaft eindeutig: OT-Adoption ist eine notwendige Voraussetzung für Industrie 4.0 – doch operative Disziplin, Transparenz und Sicherheit entscheiden darüber, ob diese Transformation tatsächlich erfolgreich ist.